Reiseberichte und Tipps: Reisen durch die Schweiz mit dem Wohnmobil und dem Fahrrad

Highlights und Tipps für alpine Wanderungen in den Schweizer Alpen

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Wanderung zur Rheinquelle am Oberalp-Pass

Es geht hoch hinaus auf dieser Wanderung über den Pazolastock, die Martschal-Lücke, den Lai-da-Tuma und die Badus-Hütte bis zur Rheinquelle, knapp 800 Höhenmeter stehen vor Ihnen!

Am Oberalp-Pass gibt es einen Bahnhof, aus den ankommenden Zügen steigen am Morgen Dutzende von Wanderern. Hinzu kommen selbstanreisende Wanderer: Sie sind auf Ihrer Wanderung zur Rheinquelle garantiert nicht alleine! Vielleicht sollten Sie mehrere Tage bleiben, es gibt mehrere andere Wanderwege, die wesentlich weniger frequentiert sind.

Tipp für Wohnmobil-Reisende: Ein paar Meter neben der Hauptstraße ist eine Teilfläche der alten Pass-Straße erhalten geblieben, dort können Sie mit Ihrem Wohnmobil problemlos auch mehrere Tage auf gerader Schotterpiste stehen.

Tipp für Fahrradreisende: Abseits der Schotterpiste kann man defintiv für eine Nacht zelten! So ist die Auffahrt zum Oberalp-Pass ein netter Abschluß für den Tag.
Und wer keine richtigen Wanderschuhe auf dem Fahrrad mit sich schleppt, kann am nächsten Tag bis ca. 1 km an die Rheinquelle auf einem Wirtschaftsweg radeln, den Rest schafft man locker auch mit Sportschuhen. Der Wirtschaftsweg beginnt Richtung Andermatt gut 500 Meter unterhalb des Passes. Am besten an der Touristeninfo am Pass den kostenlosen Plan besorgen bzw. den Weg erklären lassen!

Abends bietet sich die Gastronomie mit Restaurant knapp 200 Meter weiter am Pass an. Viele Motorradfahrer übernachten hier ebenfalls, es wird also bestimmt nicht langweilig!


Ab halber Höhe kommt man auch im Hochsommer in den Schneebereich, auf dieser Wanderung sind daher unbedingt sehr gutes Schuhwerk und Wanderstöcke ratsam. Es geht auf den letzten Metern bis zum Gipfel des Pazolastock durch Tiefschnee auf vielleicht 50 cm Breite, rechts der nicht abgesicherte Hang abwärts, rechts feuchter Fels. Diese Wandertour sollten nur bergsichere und schwindelfreie Wanderer unternehmen!

Aber obwohl noch nicht ganz oben angekommen bietet sich einem ein phantastisches Panorama!

Bei Sonnenschein ist es dort oben dann herrlich warm, nur vor dem kalten Wind muß man sich immer - auch bei Pausen beim Auf- und Abstieg - in Acht nehmen, wenn man durchgeschwitzt ist. Darum immer eine Windjacke mitnehmen und bei jedem Stopp anziehen, auch wenn es lästig erscheint!

Weiter geht es über die Martschal-Lücke vorne - eine einfache und wunderschöne Gradwanderung - und über den Gipfel des Lai-da Tuma zur die Badus-Hütte, die hier noch nicht zu sehen ist.

Rückblick auf den Pazolastock (hinten) und die Martschal-Lücke

Auch der lange Abstieg zur Badus-Hütte führt noch lange durch Schnee, danach wahlweise durch Matsch oder über nasses dichtes Wollgras. Auch hier sind Wanderstöcke eine gute Hilfe, um nicht regelmäßig auf dem Hosenboden zu landen.

Hier noch hinunter - und man ist an der Hütte und kann verschnaufen und sich stärken mit Getränken, einigen wenigen Gerichten und Eis. Und ab spätem Mittag bekommt man sogar einen Platz auf der Sonnenterrasse ... - mit grandiosem Blick auf die Berge im Süden!

Unten im Tal ist auch schon der Wirtschaftsweg zu sehen, über den man mit dem Fahrrad fast bis zur Rheinquelle radeln kann.

mehr Informationen zur Badus-Hütte gibt es auf dem hauseigenen Flyer -> mehr !

Der vielleicht höchstgelegene Kinderspielplatz Europas!

Alternativ kann man seine Pause auch ein paar Meter von der Hütte entfernt am Fahnenmast verbringen - mit 270°-Rundumblick bis zurück zum Oberalp-Pass und dem Wohnmobil-Stellplatz.

Übrigens: hier an der Hütte hat man - die reine Streckenlänge betrachtet - mal gerade ein wenig mehr als die Hälfte der Strecke geschafft!

Runter gehts ins grüne Tal - immer entlang an einem Bach, der in den See mündet, der als die Rheinquelle gilt. Stellt sich die Frage: Ist nicht dieser Bach schon die Rheinquelle?!

Blick zurück auf den Weg hinunter von der Baldus-Hütte zur Rheinquelle - oben rechts irgendwo liegt die Hütte

Blick auf die Berge im Osten der Rheinquelle und eine weitere Hütte

 

Die Rheinquelle - von hier gehts mehr als 1000 Kilometer weit bis zur Rheinmündung in den Niederlanden. Vielleicht auch ein Grund, warum man hier viele Holländer trifft...

Nach der obligatorischen Pause hier am See gehts dann fast nur noch leicht bergab: um den ersten Hügel herum öffnet sich das Tal, links am Berg entlang kann man den Weg der nächsten ca. 2 Stunden schon erkennen. Und ganz hinten im Tal sieht man bereits das Ziel, die letzten Meter der Straße mit ihren Serpentinen vor dem Oberalp-Pass (noch hinter dem Berg liegend) und dem Wohnmobil-Stellplatz.

Empfehlenswert ist auch hier am Oberalp-Pass auf den eigentlich ausgetretenen Wanderpfaden immer die Mitnahme einer guten Wanderkarte: ein schnell wechselndes Wetter - und Sie haben ein echtes Problem! Oben an der Badus-Hütte haben wir vier ziemlich verzweifelte Schweizer getroffen, die vom Weg abgekommen waren und nun keine Chance mehr hatten, noch am gleichen Tag den Rückweg zu bewältigen.