Infos und Tipps für die Reise nach Polen

Straßenkarten und Kartenmaterial - Geldtauschen und Geldautomaten
Straßenverhältnissen und Ausschilderung - Reiseführer und Internet

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allgemeine Sicherheit in Polen:

  • Polen ist sicher!
  • Polen hat seit mehreren Jahren eine niedrigere Kriminalitätsrate als Deutschland!
  • Aufpassen müssen Sie in großen Städten (genauso wie in Köln, Hamburg, Mailand, Barcelona, Buenos Aires oder Kapstadt!) und im östlichsten Osten im Grenzbereich zu Russland und die Ukraine! (Dort soll es Fälle von Zusammenarbeit zwischen Diebesbanden und den Grenzbeamten gegeben haben, die Diebe konnten so schnell ins Nachbarland verschwinden)
  • Kleiden Sie sich ganz normal, laufen Sie also nicht wie ein Christbaum behangen durch fremde Lande. Je weniger Besitz und Wohlstand Sie zeigen, desto weniger Probleme werden Sie haben bzw. desto freundlicher und offener wird die einheimische Bevölkerung Ihnen begegnen.
  • Es ist völliger Blödsinn bzw. es grenzt an Rufmord, wenn - wie mir von zwei Wohnmobil-Fahreren berichtet wurde - ein großer Deutscher Automobilverein auf Info-Abenden für Wohnmobilisten sagt, man dürfe auf keinen Fall alleine mit dem Wohnmobil nach Polen reisen. Wohnmobilreisen nach Polen seien überhaupt nur möglich in Gruppen zu mindestens 4 Fahrzeugen, quasi als Wohnmobil-Kolonne...
    Schauen Sie einfach regelmäßig auf die Internetseite des Auswärtigen Amtes mit allen notwendigen Infos zur Sicherheit in und zu Reisebedingungen nach Polen!
    (Ganz ehrlich: ich bin als harmloser und relativ wehrloser Fahrradreisender in Portugal binnen drei Wochen achtmal `überfallen´ worden, nach dem dritten Mal war eigentlich schon fast alles weg. Aber weder besagter Automobilclub noch das Auswärtige Amt haben jemals vor Fahrradreisen oder Reisen mit dem Wohnmobil nach Portugal gewarnt, oder!)

Straßenkarten und Kartenmaterial:

  • Man bekommt weder in Deutschland noch in Polen top-aktuelles Kartenmaterial.
  • Straßenkarten gibt es max. im Maßstab 1:250.000, am besten direkt in Polen an einer der ersten guten / großen Tankstellen hinter der Deutsch-Polnischen Grenze kaufen: Demart-Verlag, Buch mit praktischer Spiralheftung, "Polska - dla zawodowcow" (nur auf polnisch, d.h. keine deutschen Ortsnamen), ISBN 978-83-7427-318-3, ca. 50 Zt.. Alle Orte mit einer Tankstelle sind gekennzeichnet, irgendwo im landwirtschaftlichen Bereich von Polen kann dies mal sehr wichtig sein!
    Sehr wichtig für Wohnmobil-Fahrer mit Wohnmobil-Höhe über 3 Meter: In dieser Straßenkarte sind auch die Durchfahrtshöhen von Brücken eingezeichnet!
    In Deutschland gibt es max. gleichgutes Kartenmaterial, aber leider noch weniger aktuell und teurer. Andererseits: so schnell bauen die Polen auch keine neuen Straßen, selbst mit einer Karte aus den 90er Jahren kommen Sie noch überall hin...
    Ausreichend gute Stadtpläne bekommen Sie ebenfalls vom Demart-Verlag, z.B. auf nur einem Faltplan den Stadtplan von Elblag, Braniewo, Frombork, Krynica Morska, Malbork, Morag, Nowy Dwor Gdanski und Pastek (ISBN 978-83-89239-04-4)
  • Fahrradkarten mit noch besserem Maßstab für die jeweils angepeilte Region (Ostseeküste, Masuren, Elmland etc.) bekommen Sie in Deutschland nur in sehr gut sortierten Fachbuchhandlungen oder über das Internet. Egal ob Sie nur einige Tagstouren ab Ihrem Wohnmobil unternehmen möchten oder ob Sie ausschließlich mit dem Fahrrad durch Polen reisen: In Polen müssen Sie für gutes Kartenmaterial für Fahrradtouren bzw. Fahrradreisen die größeren Städte wie Danzig, Elblag etc. anfahren und dort suchen... Ich habe mich nach erfolgloser Suche vor Ort mit den Straßenkarten begnügt, immer hilfsbereite Polen und kleine Tipps z.B. von den örtlichen Tourist-Infomationen rundeten die Sache ab.

Geldtauschen und Geldautomaten:

  • Geldtauschen geht am besten bei der Postbank in den Dörfern und kleineren Ortschaften, es wird formlos (ohne Namens- und Adresseabfrage) und eigentlich immer ohne Wechsel-Gebühren zum aktuellen amtlichen Kurs getauscht. Vorsicht beim Geldtausch in größeren Städten: Die BCP-Bank hat uns beispielsweise einmal 7,2% (!) Wechselgebühren abverlangen wollen.
    Geldtauschen bei Privatpersonen geht genausogut, der Tauschkurs ist Verhandlungssache. Tauschen kann man Geld sehr oft auch beim Campingplatzbesitzer, im Hotel oder in größeren Städten bei privaten Wechselstuben. Tauschen Sie aber nicht bei der erstbesten Wechselstube an der Deutsch-Polnischen Grenze: die Tauschkurse dort sind jenseits von gut und böse!
    Tipp: Schreiben Sie auf einen Zettel " 1 Eu = ? Zt. " Hier muß der Geschäftspartner, egal ob Privatperson oder Bankangestellter, den tatsächlichen Tauschkurs sofort offenlegen, es gibt keine versteckten Gebühren mehr.
  • Geldautomaten: Sie können, im Gegensatz zu den Behauptungen der Deutschen "Fachpresse" oder des großen Deutschen Automobilclubs, in sehr vielen auch kleineren Orten am Bankautomaten Geld abheben. Sie müssen nicht mit Tausenden von Euro in der Tasche wochenlang durch Polen reisen!
    Tipp: Ich reise bei Fahrten mit dem Wohnmobil generell mit Bargeld, weil
    • mir die Gebühren für Auslandsabhebungen unnötig und viel zu hoch sind
    • man mit einer "harten Währung" in der Tasche oft `gute Geschäfte´ machen kann
    • ich im Wohnmobil ein Geheimfach habe: Eine verlorene/beschädigte Geldkarte hat einen wesentlich größeren Schaden zur Folge als ein paar Hundert verlorene Zloty.

Straßenverhältnisse und Ausschilderung:

  • Die Straßen in Polen sind nicht so gut wie in Deutschland: Trotz `Rock-Shox´ an der Fahrad-Gabel und Sattel-Stoßdämpfer am Fahrrad bzw. trotz guter Blattfedern und Stoßdämpfer am Wohnmobil werden Sie gelegentlich zumindest innerlich aufheulen, wenn mal wieder ein Schlagloch zuviel auf der Straße war, dem Sie dann doch nicht mehr ausweichen konnten. Und wer schon einmal mit einem Segelboot ein wenig stärkeren Seegang mitgemacht hat, der kennt das Gefühl, dass sich hinter einem gerade die Inneneinrichtung verselbständigt bzw. die Inhalte auf Wanderschaft gehen.
  • Aber: Viele der heuten schlechten Straßen und Betonpisten in Polen haben noch wir Deutsche gebaut! Sehr häufig werden Sie über Untergrund fahren, den die Polen als `Untermenschen´ unter der Herrschaft der Nationalsozialisten bauen mußen. Heute ist Polen das Land, das nie die Zeit und das Geld hatte, um ein superausgebautes Autobahn- und Landstraßennetz wie in Deutschland zu errichten, ganz zu schweigen von nicht kopfsteinpflasterten Dorfstraßen! Heute wälzt sich durch Polen der LKW-Verkehr, der auch unsere Wirtschaft am Leben erhält: Neue Märkte in Osteuropa für unsere Exportartikel, billige Arbeitskräfte in Polen und im Baltikum zur Produktion unserer Konsumgüter und die Heranschaffung preiswerterer Rohstoffe aus Osteuropa laufen fast vollständig über drei bis vier einspurige Überlandstraßen. Allein mit der Instandhaltung dieser Hauptstraßen kommt Polen kaum nach...
  • Die Straßenbeschilderung in Polen ist - in Kombination mit einer guten Straßenkarte - ausreichend. Wir haben auf mehreren Reisen durch Polen nur ganz selten verfahren. Lediglich im Schilderwald der Städte wird es ab und an mal schwierig, also genauso wie in jedem Land der Welt!
    Achtung: im Bereich der Ostseeküste gibt es einige militärische Sperrgebiete, die auf keiner Karte eingezeichnet sind! Sie werden also auf Ihrer Straßenkarte Straßen finden, die Sie nicht fahren dürfen bzw. die Sie einfach nicht finden bzw. die Sie vor unerwartete Probleme stellen (Beispiel 1: die Straße westlich von Ustka Richtung Jaroslawiec werden Sie nicht finden! Nach Jaroslawiec kommt man erst ab dem Abzweig in Zalskie an der B203; Beispiel 2: auf der Halbinsel Hela zwischen Jastarnia und Hel ist fast ausschließlich militärischer Bereich, selbst Drehen und Wenden ist nicht möglich).

Reiseführer und Internet:

  • Reisführer über Polen und spezielle regionale Reiseführer (Masuren, Ermland, Ostseeküste etc.) müssen Sie in Deutschland kaufen, aber achten Sie beim Kauf oder bei der Ausleihe in Ihrer Bibliothek auf das Erscheinungsjahr! 8 Jahre alte Reiseführer können Sie gleich entsorgen, dafür hat sich Polen viel zu sehr gewandelt!
  • für Urlaube in Polen gut aber nicht zwingend notwendig ist "Mit dem Wohnmobil durch Polen" aus dem ... -Verlag, eher ein Reisebericht mit einigen Hintergrundinfos zu wichtigen touristischen Highlights. Wenn Sie diesem Buch folgen, werden Sie auf jeden Fall nicht alleine sein, denn viel Wohnmobil-Urlauber richten anscheinend ihren Urlaub nach diesem Buch aus ...
  • aus dem Dumont-Verlag gibt es die sogenannten "Reisetaschenbücher Polen", in Kurzform werden hier Regionen eine Landes behandelt. Insbesondere für Kunst- und Kultur-Reisende, die gerne Museen, Kirchen und andere `alte Gebäude´ besichten, ein sehr guter Tipp! Beispiel:
  • der Reise-Know-How-Verlag hat sich im Reiseführer-Markt stark etabliert: Früher eher ein Tipp für alternative Reisen, gibt es heute richtig gute und ständig akualisierte Infos für jeden Reisenden, egal ob Kunstliebhaber oder Rucksackreisender. Für Polen gibt es inzwischen mehrere Ausgaben >> Beispiel
  • Vergessen Sie das Internet in Polen ganz einfach... Es gibt nur wenige Internet-Cafes o.ä. und selbst in größeren Städten an der Ostsee und in Masuren wie Danzig oder Elblag haben wir weder eine stabile Internetverbindung aufbauen noch eine W-Lan-Verbindung finden können.