Infos und Tipps für die Anreise nach Masuren und Ermland

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Die Fahrt mit dem Wohnmobil in die masurische Seenplatte ist ab der polnischen Grenze ohne eine Navigationsgerät nur mit gutem Kartenmaterial möglich. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Navigationsgerät, die Daten daraus sind leider oft genauso alt wie die Strassenkarten über Polen.
Wohnmobil: Wenn Sie nicht extra gutes Strassenkarten-Material kaufen möchten, bleibt Ihnen nur die Hauptstrecke über Warschau und von da nördlich weiter, oder Sie kämpfen sich ca. 20 km nach der Deutsch-Polnischen Grenze nach ein paar Kilometer nach Norden durch, bis Sie auf die 22 kommen (s.u.)
Fahrrad: Mit dem Fahrrad wäre die Fahrt über eine der Hauptverkehrsadern Polens absoluter Wahnsinn (und streckenweise sogar verboten). Wer tatsächlich nicht nur in Masuren selbst fahrradfahren möchte, sondern auch per Fahrrad anreisen möchte, der sollte weiter nördlich durch die Pommersche Seenplatte oder ganz im Norden Polens an der Ostseeküste entlang fahren!

Wir sind mit dem Wohnmobil über die A2 (Frankfurt/Oder) eingereist, nach ein paar Kilometern ist dann Schluß mit zweispuriger Autobahn, die schlechten Straßenverhältnisse einspuriger Überland-Straßen des Ostblocks sagen uns `Hallo, Ihr verwöhnten Westeuropäer!´.
Nach ca. 20 km geht es rechts ab nach Rzepin (Achtung! Brückenhöhe im Ortseingang 3,30 Meter! Falls höher wegen Surfbrett, Fahrrad oder anderer Dinge auf dem Dach des Wohnmobils: gleich im ersten Kreisverkehr rechts ab und eine Kreuzung weiter wieder links in den Ort, ab da immer der Beschilderung Richtung Osno (-> Osno Lubuskie) oder Gorzow WLPK folgen.

In Osno Lubuskie haben wir in der zentral gelegenen Bank Geld getauscht, die wohl erste reguläre Tauschstelle nach der polnischen Grenze, und auch gleich vollgetankt (Ortsausgang Richtung Gorzow).
LPG-Gas / Flüssiggas ist in Polen sehr verbreitet! Allein aufgrund der Ausschilderung hatten wir fast den Eindruck, es gibt mehr LPG-Gas-Tankstellen als normale...

Danach gehts immer der Nase lang geradeaus auf der 22 Richtung Osten (Watcz - Czluchow - Chojnice - Starogard-Gdanski - Malbork, Gdansk (Danzig) ist auch gelegentlich ausgeschildert). Wir sind direkt nach Malbork gereist, Danzig haben wir bereits vor Jahren besucht, mit einem großen Wohnmobil kein Spaß.


Tipp für den Besuch von Großstädten mit einem Wohnmobil: Das Wohnmobil an einem kleinen und garantiert sichereren Vorort-Bahnhof abstellen und mit der Eisenbahn die letzten ca. 20-30 Kilometer fahren.

Achtung: Radarfallen an vielen Zebrastreifen, oft - für uns ungewohnt - auf der linken Straßenseite fest installiert! In Polen werden aber alle festinstallierten Radaranlagen angekündigt!

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf der Strecke nicht viele, wenn man nicht die Hauptstraße um einige Kilometer verlassen und irgendwo in der Pampa übernachten will. Für uns boten sich praktischerweise die "Raststätten" direkt an der Route an, z.B. die `Canpol´ ca. 2 km vor Czluchow (http://www.odejewski.pl). Diese besseren Tankstellen würden zwar im ADAC-Raststätten-Test immernoch gnadenlos durchfallen, aber für uns Wohnmobil-Fahrer sollten sie reichen. Selbstverständlich gibt es keine Entsorgunsmöglichkeiten für Fäkalien, denn Wohnmobile sind in Polen nicht wirklich populär. Gut, wenn man wie wir über einen großen Fäkalientank verfügt, der einen zumindest für ein paar Tage autark macht. Dafür gibts an o.g. Rastplatz einen Kinderspielplatz und einen Minizoo (Kapuziner-Äffchen, Eulen und Sittiche, Enten und Schwäne, Rotwild und einen Bären aus dem Himalaya (ursus thibetanus), der allerdings wenig artgerecht in einer feuchten Betongrube am Ende des Parkplatzes sein Leben fristet).
Tipp: Wir haben den großen Fehler begangen und direkt neben seiner Grube unser Wohnmobil geparkt. Leider ist der Bär kein Geheimtipp mehr unter den Polen: alle paar Minuten - auch während der Nacht - kamen Autos und Kleinlaster vorgefahren, um einen Blick auf den schlafenden Bären zu werfen.

Kaufen kann man hier so ziemlich alles, wenn man es denn noch im Auto mitbekommt. Schon zwischen den Zapfsäulen wird man mit Ton- und Korbwaren, Autodachboxen, Plüschtieren und Motorollern erschlagen.
Drinnen gehts dann bunt weiter, die Kasse ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Man kann eine Dusche benutzen (an der Kasse melden!), der Kompressor für Druckluft steht auch direkt zwischen den Zapfsäulen und darf kostenlos benutzt werden (in Ungarn haben wir dafür - wenn denn überhaupt vorhanden - zahlen dürfen).

Hier unten ein paar Impressionen und Bilder aus Masuren und Ermland !

typischer Innenhof auf einem Bauernhof in Masuren, hier bei Mikolajki (Nikolaiken), mit Stockrosen und Wäscheleine ....

Wohnmobil-Stellplatz und Wanderparkplatz zwischen Ruciana Nida und Wiartel mitten im Nationalpark Masuren.

 












toller Wohnmobil-Stellplatz im Hafen von Gizycko direkt an der Segelboot-Marina

Marienverehrung wird in Polen groß geschrieben - in jedem Dorf steht ein Kreuz mit Maria-Figur, reich geschmückt mit (Kunststoff-)Blumen