Wohnmobil-Stellplätze, Campingplätze und Biwakplätze in Polen

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Masuren und die polnische Ostseeküste sind ideal für den Urlaub mit dem Wohnmobil oder mit Fahrrad und Zelt:

  • Biwakplätze in Masuren: Biwakplätze findet man in immer besserer Qualität vor allem rund um die großen Seen in Masuren, allein zwischen Wegorzewo (Angerburg) und Gizycko (Lötzen) um den Mamry- und den Dargin-See herum habe ich ca. 40 Biwakplätze gezählt. Die guten sind natürlich auch den einheimischen Polen bekannt, sie verbringen dort häufig ihren gesamten Sommerulaub. Ansonsten trifft man auf den Biwakplätzen in Masuren auf Kanuten und Segelboote, die hier über Nacht anlegen und campen.
      • Wer ein Wohnmobil besitzt, mit dem man weitestgehend autark, d.h. ohne die netten Annehmlichkeiten eines Campingplatzes stehen und übernachten kann, dem werden die Hunderte von Biwakplätzen an den Seen in Masuren gefallen: auf fast allen steht man mit einem Wohnmobil direkt am See, häufig mit kleiner Steg-Anlage und eigentlich immer mit Müllbehälter. Wer dann noch ein Schlauchboot oder eine Luftmatratze dabei hat, hat hier gleich den perfekten Platz (für die Kinder) zum baden und planschen.
        ACHTUNG: Falls Sie ein großes Wohnmobil besitzen, gehen Sie zunächst zufuß die paar Meter zum Biwakplatz ab und klären Sie die Höhe des Weges und die Wendemöglichkeit auf dem Platz. Einige Biwakplätze sind sehr klein oder vielleicht schon zum Teil besetzt (Wanderkanu-Fahrer, Segler etc.). Ich habe z.B. am Talty-See zwischen Ryn und Mikolaijki ca. 20 Biwakplätze besichigt: 18 von denen waren in sehr gutem Zustand, auch mit einem größeren Wohnmobil anfahrbar und trotz Sommerferien in Polen war keiner von ihnen überfüllt.
      • Für Fahrradfahrer sind diese Biwak-Plätze die besten und preiswertesten Übernachtungsplätze in Bereich der masurischen Seenplatte! Kostenlos und kurzfristig bei schlechter werdendem Wetter kann man hier das Zelt aufbauen, Feuer an den bereits eingerichteten Feuerstellen machen und kochen, der Müll kann problemlos entsorgt werden und es gibt gelegentlich sogar Trinkwasser (Schwengelpumpen). Ansonsten kann man im See waschen und baden. Im restlichen Polen - abseits der touristischen Hochburgen wie Halbinsel Hela oder Leba - kann man quasi fast überall für eine Nacht irgendwo im Wald, an einem kleinen See oder im Bereich der Parkplätze von Sehenswürdigkeiten das Zelt aufbauen. Die Polen haben mit zeltenden Fahrradreisenden eigentlich nie ein Problem, viele Polen finden diese Art des Urlaubs mit dem Fahrrad sogar sehr positiv, da auch sie so in ihrer Jugend ihren Urlaub verbracht haben.
  • Wohnmobil-Stellplätze in Masuren und an der Ostseeküste: Generell ist es kein Problem, in Polen und speziell in Masuren einen Stellplatz für die Nacht zu finden, wenn man nicht unbedingt direkt am Wasser stehen möchte (Ausnahme: Biwakplätze). Sehr gut steht man mit dem Wohnmobil oder mit Fahrrad und Zelt oft an Fährstellen, auf einer der beiden Seiten ist fast immer eine Parkzone mit Grünstreifen und mehr angelegt. Und ruhig ist es hier die Nacht über auch, solange die Fähre nicht fährt.
    Die See- und Wassergrundstücke insbesondere an den großen und touristisch interessanten Seen sind inzwischen fest in privater Hand: Hotels, Pensionen und Campingplätze schießen wie Pilze aus dem Boden. Wenn man sich aber die Zeit nimmt und die in der Straßenkarte mit einem dünnen schwarzen Strich eingezeichneten Straßen fährt, so findet man in den kleinen Dörfern abseits des touristischen Stroms noch immer sehr nette Stellplätze und Zeltplätze für die Nacht oder auch für mehrere Tage! Und so ganz nebenbei sieht man dabei viel mehr von genau dem Polen, welches uns in den unzähligen Reiseführern so gerne verkauft wird!
    Verlassen Sie sich nicht auf direkte Stellplatz-Tipps fürs Wohnmobil in Reiseführern für Polen, man vergeudet so sehr wahrscheinlich nur Zeit und Sprit: Polen ist im Umbruch! Was bei Recherche für den Reiseführer vielleicht ein guter Stellplatz ist, ist beim Druck des Reiseführers bereits Schnee von gestern, weil zugebaut, gesperrt oder verkauft. Ich habe vor Beginn der Reise mit dem Wohnmobil durch Polen diverse Stellplätze aus Reiseführern herausgeschrieben, und die Reiseführer waren erst zwei bzw. drei Jahr alt (für Polen-Reiseführer ein guter Wert!). Es hat fast nichts mehr gestimmt, schon nach wenigen Tagen auf Polen-Reise habe ich die Liste mit den Stellplätzen nur noch gelegentlich hervorgekramt, dann aber doch nicht benutzt. Richten Sie Ihren Urlaub nicht nach den Stellplatz-Tipps der Reiseführer aus, sondern nach Ihren Interessensschwerpunkten, die Stellplätze ergeben sich fast immer von selbst! Aus diesem Grund nenne ich Ihnen hier auch nicht meine Best-of der polnische Stellplätze. Lesen Sie auf diesen Polen-Seiten hier die einzelnen Reise-Berichte mit den Zielen, die auch Sie anfahren wollen, dort habe ich u.U. einige direkte Tipps für Wohnmobil-Stellplätze gegeben.
  • Campingplätze in Masuren und an der Ostseeküste: Auf Campingplätzen erhält man oft die besten Tipps, was in der Region gerade geschieht, wer was anbietet und wann man was am besten macht. Häufig werden direkt ab dem Campingplatz Touren und Exkursionen angeboten, entweder vom Campingplatz-Betreiber selbst oder von Dritten.
      • Für Wohnmobile sind die Campingplätze in Masuren die Gelegenheit, Wasser zu tanken, Abwasser abzulassen, mal wieder lange und ausgiebig warm zu duschen und das Wohnmobil für einige Zeit sicher abstellen zu können, um eine Fahrradtour zu unternehmen, zu wandern, ein Kanu zu leihen und zu angeln, von morgens bis abends in der Sonne zu faulenzen oder mal wieder ein komplettes Buch an einem Tag zu lesen... Selbstverständlich geht dies alles auch auf einem Wohnmobil-Stellplatz, aber eben mit weniger Komfort rundherum.
      • Für Fahrradreisende sind die einfachen Campingplätze in Masuren eine willkommene Anlaufstelle, mal wieder warm zu duschen, Kleidung zu waschen und zu trocknen, Defekte am Fahrrad und anderes in Ordnung zu bringen (Wohnmobil-Fahrer haben häufig reichlich Werkzeug dabei und helfen gerne aus), einfach mal ein paar Stunden oder Tage ohne den Drahtesel auf der faulen Haut zu liegen oder mit geliehenen Angeln und /oder Booten die Freizeit zu verbringen.
    Wir sind keine Campingplatz-Benutzer, d.h. wir nutzen den Komfort eines Camping-Platzes nur gelegentlich oder wenn es sich aus logistischen Gründen einfach anbietet. In Polen habe wir uns zwar mehrere Campingplätze angeschaut, insbesondere die in den `Reiseführern´ empfohlenen bzw. genannten Plätze. Am Ende haben wir immer auf einem nichtgenannten Campingplatz gestanden: tolle Einrichtungen oder sehr gut gelegen oder eine spontan sehr nette Atmosphäre oder alles zusammen!

Hier unsere kleine Liste von Campingplätzen in Polen, die wir sofort wieder anfahren würden:

Campingpark Sonata westlich von Harcz am Dargin-See

Der Campingplatz Sonata liegt - mit eigenem Steg und Seezugang - am Dargin-See. Morgens gibt es nach Vorbestellung frische Brötchen, tagsüber und abends lädt der kleine Laden direkt auf dem Campingplatz mit den notwendigsten Lebensmitteln, Süßigkeiten, Getränken und Bier vom Fass zum problemlosen Einkaufen bzw. zum Verweilen ein. Der Campingplatz selbst ist relativ wild, vergleichbar mit einer gemähten Wiese und unterbrochen von Birken-Ansammlungen und Büschen, es gibt viele Feuerstellen, Brennholz kann man sich im direkt angrenzenden Wald zusammensuchen. Die sanitären Einrichtungen sind 2008 neu gemacht worden, allerdings ist der Campingplatz relativ groß und auch schon bekannt, es kommt also zu den üblichen Wasch- und Badezeiten morgens und abends zum `Stau´ im Bad...












Der Steg des Campingplatz Sonata mit Blick auf den südlich gelegenen Dargin-See, hier kann man fast 100 Meter weit hinauslaufen und hat das Wasser immernoch nicht bis zum Hals stehen... -> Baden und Planschen für Kinder ist hier den ganzen Tag lang angesagt!

Campingplatz Sklodowo westlich von Harcz am Mamry-See

Der Campingplatz Sklodowo liegt nur ca. 1,5 km Luftlinie vom Campingplatz Sonata entfernt, ist aber ausgerichtet Richtung Mamry-See. Hier treffen sich viele Segler zur Übernachtung in der campingplatzeigenen Marina. Mit dem Wohnmobil oder dem Zelt kann man direkt neben der Marina fast bis ans Wasser fahren, ein wunderbarer Platz! Dafür ist der Weg zu den sanitären Einrichtungen und zur Gastätte (Kneipe, Biergarten bzw. Terrasse und warme Gerichte, Süßes, einige Lebensmittel) ein paar Meter weiter. Der Campingplatz Sklodowo ist ein noch ruhiger weil relativ neuer Platz mit einem guten Konzept und gepflegtem Gelände (guter Rasen!). Die Besitzerin spricht Deutsch.

Die Marina des Campingplatz Sklodowo am Abend, wir haben mit unserem Wohnmobil auf der linken Seite ganz vorne am Wasser gestanden. Abends kommt die kleine Flotte der Rettungsbotte auf dem Mamry-See hier herein, und in der Hochsaison der polnischen Sommerferien sind auch viele Charter-Segelboote hier über Nacht. Als `alter´ Segler erinnert man sich gerne zurück an Segelurlaube auf der Nord- und Ostsee, den Nächten in den Häfen und dem leisen Klappern der Masten und Wanten...

Campingplatz in Marbork direkt an der Fußgängerbrücke zur Marienburg, auf der anderen Seite der Nogat - kein Link vorhanden!

Der Campingplatz direkt an der Marienburg in Marbork ist nicht eingezäunt, d.h. von allen Seiten zufuß begehbar. Vorsicht daher, alles wie immer gut verschließen bzw. sichern, allerdings ist man hier nie alleine und der Nachbar schaut gerne mal nach dem rechten, wenn man ihn bittet. Der Campingplatz gleicht mehr einem bezahlten Stellplatz mit Fischteich in der Mitte und sanitären Einrichtungen, die das übliche Problem mit dem Wasserdruck haben, wenn mehr als eine Zapfstelle Warmwasser hergeben soll. Duschen Sie also am besten zeitlich außerhalb der Rush-Hour! Hier gibt es übrigens nur einen Waschraum für Männer und Frauen gemeinsam....

Campingplatz Christian nördlich von Mikolajki (Nikolaiken) am Talty-See am Ende einer Halbinsel gelegen

Landschaftlich super gelegen am Ende einer Halbinsel, ein topgepflegtes Gelände, großzügige einfache sanitäre Einrichtungen (mit dem üblichen Problem von schwankender Wassertemperatur bei mehreren laufenden Warmwasserzapfstellen), Restaurant mit warmen deutschen und polnischen Gerichten und Bier vom Fass im direkt auf dem Campingplatz gelegenen Wohnhaus des Campingplatzbetreibers, kleiner Fußballplatz, Bootsverleih und geführte Bootstouren auf Wunsch. Es gibt eine zentrale überdachte Feuerstelle direkt am großen Steg, der in den Seitenarm des Talty-See hineinragt, Feuerholz ist ausreichend vorhanden. Der Betreiber ist Deutscher, morgens gibt es auf vorherige Bestellung frische Brötchen. Dieser Campingplatz ist noch ein Geheimtipp, man kommt zufällig hin und möchte ein oder zwei Nächte bleiben - und am Ende bleibt man zwei Wochen!

 

Campingplatz Kopan (Euro-Camping Kopan) östlich von Darlowo - auf die weiß-blau-roten Schilder an der Straße achten! - leider kein Link vorhanden!

Der vielleicht `alternativste´ Campingplatz an der Ostseeküste in Polen - der Besitzer Marius spricht sehr gut Deutsch, entstammt einer der wenigen nach dem 2. Weltkrieg in der Umgebung um Darlowo verbliebenen deutschstämmigen Familien und er erfüllt sich hier nun seinen kleinen Traum vom Leben mit netten und andersdenkenden Besuchern, Campern, Wohnmobilisten und Fahrradtouristen. Es gibt eine kleine Spülküche, eine sehr saubere Toilette und endlich einmal eine Dusche mit über Minuten konstant-warmer Temperatur. Bis zum total ruhigen Naturstrand östlich von Darlowo sind es ca. 1,2 km über eine kleine Nebenstraße, bis zum See mit Steg für Angler keine 300 Meter. Eine zentrale Feuerstelle brennt jeden Abend, Holz ist genug da.

Tipp: Fragen Sie Marius nach den Einlauf-Zeiten der Fischkutter im Hafen von Darlowo (ca. 3,5 km, zunächst zum Naturstrand und dort über den Wanderweg auf dem Deich Richtung Darlowo). Kaufen Sie sich dort frischen Fisch direkt vom Fischkutter. Marius hat einen kleinen selbstgebauten Räucherofen, ausreichend groß für 2 - 3 Fische (s.u.). Dieser wird - mit Obstbaum-Spänen, keine Buchenholz-Späne! - ins offene Feuer gestellt. Die Fische sind je nach Größe nach 5 bis 15 Minuten gar und schmecken besser als im 5-Sterne-Restaurant!

noch ein Tipp: wer nicht auf dem Campingplatz stehen möchte, kann am Eingang vom Campingplatz vorbei auf der Betonplatten-Piste Richtung Naturstrand fahren. Direkt vor dem Deich kann man rechts auf einer großen Waldlichtung auch tagelang hervorragend und sehr ruhig stehen, nur 50 Meter von Brandung der Ostsee entfernt. Einkaufen geht prima im nur ca. 2,5 km entfernten Darlowo, ein netter Spaziergang bzw. ne schöne kleine Fahrradtour über den Deich entlang der Ostsee!

Wohnmobil-Stellpatz zwischen Rewal und Trzesacz: Die beiden Orte an der Ostsee sind quasi zusammengewachsen, nur noch 200 Meter Brachland trennen die zwei Ortschaften. Genau auf diesem Stück Acker kann der Wohnmobil-Fahrer über eine grauenhafte ungefähr 50 Meter lange Sandpiste fast bis ganz an die Steilküste ran fahren und dort auch mehrere Tage stehen.

ACHTUNG: bleiben Sie unbedingt vor dem kleinen Zaun stehen, auch wenn das Tor auf die Fläche dahinter aufsteht! Die letzte Wiese vor der Steilküste ist Naturschutzgebiet, hier darf man mit KFZ nicht hin! Das oben abgebildete Wohnmobil hat sich über diese klare Anweisung auf dem Schild hinweggesetzt und mußte dies mit umgerechnet knapp 60 Euro Strafe bezahlen! Die Polizei ist morgens früh vor Ort und weckt Sie notfalls auf...

Wandert man rechts Richtung Osten die Steilküste auf dem Wanderweg entlang, kann man nach ca. 1 km zum Strand hinunter über eine Treppe. Es gibt schon vorher einige gute Gelegenheiten runter zu kommen, aber dafür muß man ein wenig sicher sein hinsichtlich Körperbeherrschung: Balance halten und Kraft in Oberarmen und Beinen ist notwendig!

Wandert man nach links Richtung Westen, kann man in Trzesacz an den Resten einer Ruine einer Kirche über eine Stahlkonstruktion mit Treppe zum Strand hinuntersteigen.

Die Ruine besteht nur noch aus einer einzigen Wand direkt an der Ostsee-Steilküste. Sie wird inzwischen durch Betonfundamente gehalten, ansonsten wäre das Dorf seiner einzigen Attraktion beraubt. Im Laufe der letzten 150 Jahre ist die Kirche fast vollständig `über die Klippe´ gegangen. Noch vor gut 200 Jahren stand die Kirche ca. 100 Meter von der Kante der Steilküste entfernt.

Wer ein paar Abstriche an den von Campingplätzen in Frankreich, Italien oder Dänemark gewohnten Komfort und Service machen kann, stattdessen aber eine wirklich fantastische und noch intakte Natur erleben und genießen möchte, der ist auf den Campingplätzen, Wohnmobil-Stellplätzen und den unzähligen Biwak-Plätzen rund um die Seen der Masurischen Seenplatte in Polen und speziell in Masuren und Ermland schon heute sehr gut aufgehoben!
Wer aber mit seinem Wohnmobil einen nach deutschen Verhältnissen perfekten Urlaub in Polen verbringen möchte, wird es schwer haben. Polen ist im Aufbau bzw. im Umbruch, es funktioniert noch lange nicht alles. Und wenn es denn funktioniert, dann nach polnischen Verhältnissen und Maßstäben, die mit den hochgestochenen Vorstellungen eines deutschen Campers nicht sehr viel gemeinsam haben! Man darf die polnischen Campingplätze nicht mit den über Jahre gewachsenen Strukturen auf westeuropäischen Campingplätzen vergleichen. In Polen eröffnet zurzeit jeder, der ein Seegrundstück, Wassergrundstück oder ein ansonsten freies Grundstück besitzt, seinen kleinen Campingplatz, und uns Wohnmobilisten bleibt nun die Aufgabe, die guten unter diesen Campingplätzen herauszufiltern.