nicht empfehlenswert: der Tierpark Kadzidlowo bei Mikolajki in Masuren

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Wir sind unvoreingenommen in diesen `Tierpark´ hineingegangen, ich hatte ihn bereits 1996 besucht und ihn von damals noch gut in Erinnerung.

Heute ist dieser Park eine Zumutung und ein Schreckenserlebnis für den tierliebenden Besucher, eine Schande für die polnische Tourismus-Branche (die diesen Tierpark noch immer zu den zehn wichtigsten Adressen für Besucher in Masuren zählt!) und ein Ort, den ich keinem Tier auch nur für weniger Stunden als Aufenthaltsort wünsche!

Dieser Park ist ein Fall für Greenpeace, WWF und alle anderen Natur- und Tierschutz-Organisationen, er gehört unserer Meinung nach geschlossen und auf keinen Fall mit Eintrittsgeldern unterstützt!


Wir hätten den Park am liebsten schon nach den ersten `Gehegen´ wieder verlassen, aber nach kurzer Debatte haben wir uns überlegt, stattdessen den Park vollständig zu durchwandern und alles auf Fotos festzuhalten, um es hier zu veröffentlichen.

Wenn Sie diese Bilder gesehen haben, haben Sie erstens alles gesehen, Sie müssen nun dort nicht mehr hinfahren, außer Sie möchten die Tiere befreien, und zweitens haben wir mit Veröffentlichung dieser Seite die zumindest kleine Hoffnung, dass polnische Tierschutzorganisationen diesen sogenannten `Tierpark´ bekämpfen und schließen bzw. soweit intervenieren können, dass sich die Zustände für alle einsitzenden Tiere ändern.

Wir wünschen uns von Ihnen, dass Sie diesen Ort der Tierquälerei nicht besuchen bzw. bestreiken, wenn ein Reiseveranstalter Sie hier hinein schleifen möchte!

Diese jungen Störche liegen den ganzen Tag ca. 50 cm entfernt von den Besuchern, werden permanent angefasst, gestoßen, gepiekt, bekommen irgendetwas hingehalten ... Sie können sich nicht zurückziehen, nicht einmal diesen Platz verlassen und sich bewegen.

Dieser junge Adler sitzt zwangsweise den ganzen Tag auf einem Baumstumpf, wird von allen Seiten gleichzeitig angefasst und `gestreichelt´, bekommt den ganzen Tag von allen Seiten für den Menschen bestimmtes Essen und in einem nebenstehenden Automaten käufliches Futter gereicht. Der Adler ist vollständig apathisch, hakt ab und an in die Luft, ohne etwas zu treffen, und die Menschen um ihn herum kreischen dazu fröhlich und entzückt ...

Neben Hühnern, Störchen, Reihern, Kormoranen und anderen Vögeln in viel zu kleinen Käfigen bzw. Folieren erschreckten uns besonders die Schicksale der Greifvögel und der `großen´ Tiere:












Ausgewachsene Adler vegetierten in solchen zeltförmigen Draht-Verschlägen. Sie können in der Mitte des Käfigs vielleicht einmal ihre Flügel ausbreiten, aber an kurze Flüge oder Bewegung egal welcher Art ist nicht zu denken. Sie müssen den ganzen Tag nicht artgerecht auf dem Boden stehen bzw. laufen. Die lauten Besucher kommen bis auf wenige Zentimeter an die Greifvögel heran, stecken Stöckchen durch den Draht und quälen die Vögel so zusätzlich.

Dieser Adler lebt mit zwei Hühner zusammen in einem Verschlag, aber er hat keinen Jagdinstinkt mehr. Er hatte sich vielmehr den Hühnern angepasst und torkelte wie ein Huhn hin und her.

Dieser Weißkopfseeadler kann sich in seinem Käfig wegen des starken Bewuchses gar nicht mehr von seinem Baumstamm weg bewegen....

Keine 30 Zentimeter vom Maschendrahtzaun entfernt wartet dieser Adler auf den Abend, wenn er wieder Ruhe hat und sich von seinem Elend ein wenig erholen kann. Er saß in einer Foliere, in die man in Deutschland maximal ein paar Wachteln gesteckt hätte ...

Das Eulengehege: die nachtaktiven Vögel können nicht eine Sekunde tagsüber ruhen, permanent trampeln Touristen und Polen um ihren mitten in der Anlage positionierten Käfig herum, stecken oder werfen etwas hin, rufen und heulen. Die drei Eulen in diesem Drahtverschlag und weitere Eulen in zwei weiteren noch kleineren Folieren flogen panisch die ganze Zeit gegen den Draht, suchten Auswege aus ihrem Gefängnis...

Zwei Uhus suchen tagsüber Schlaf, aber Kinder und Erwachsene werfen Stöcke in das Gehege hinein, um sie dazu zu bewegen, sich zu bewegen, damit "action in die Bude kommt".

Zwei Luchse in ihrem seelenlosen Gehege von ca. 5 mal 4 Meter. Bis auf einen Baum, Astwerk und Unkraut gibt es keine Rückzugsmöglichkeit. Einer der beiden lief nur apathisch am Gitter drei Meter auf und ab, auf die Menschen direkt vor ihm hat er in keinster Weise mehr reagiert.

In einem solchen ca. 10 Meter langen Labyrinth vom dicken Ästen mit Draht-Schlauch oben drauf hausen zwei Eichhörnchen, in diesen rennen sie panisch - weil auf Augen- und Händehöhe - hin und her.

Zwei Elche aus einer 1996 noch großen Herde haben bis heute überlebt, haben noch ein Gehege von vielleicht 30 x 30 Metern zur Verfügung.

... und dieser Wolf, eigentlich ein Rudeltier, ist nun der letzte seiner Art auf ca. 10 x 10 Metern. Er trabt auch nur noch im Kreis durch sein Gefängnis, sucht einen Ausweg vor den Gaffern, wird aber wohl leider noch länger suchen müssen...