Das KZ Stutthof an der Frischen Nehrung im Norden Polens

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Das Konzentrationslager KZ Stutthof liegt am westlichen Ortseingang von Sztutowo, einem ansonsten sehr unscheinbaren Ort.
Direkt nach Kriegsbeginn am 2. September 1939 entstand das Konzentrationslager Stutthof als erstes KZ in Polen, zunächst konzipiert als Arbeitslager für ca. 3500 Mann: die Intelligenz von Danzig und Westpreußen sollte hier vernichtet werden. Im Juni 1944 wurde das Konzentrationslager Stutthof in die Durchführung der "Endlösung der Judenfrage" mit einbezogen, es wurde zum Massenvernichtungslager. Am Ende des Krieges waren bis zu 57.000 Menschen im Konzentrationslager Stutthof kaserniert, das KZ war von 12 Hektar auf ca. 120 Hektar angewachsen, ca. 65.000 Menschen verloren während des 2. Weltkrieges hier im KZ und während der Lager-Evakuierung kurz vor Eintreffen der Russischen Armee ihr Leben, sehr viele von ihnen waren Jüdinnen, die Opfer medizinischer Experimente wurden. Die meisten Leichen wurden auf einem ständigen Scheiterhaufen nur ca. 500 Meter vom Lager entfernt verbrannt.
Die Häftlinge kamen aus ganz Europa
, während des Lageraufenthaltes starben sie an verschiedenen `Vernichtungsmethoden´: Sklavenarbeit, Hunger, menschenunwürdige hygienische Bedingungen, Krankheiten, physische und psychische Mißhandlungen, vernichtenden Lagerverhältnisse, Exekutionen durch Erschießen oder Erhängen, Mord in der Gaskammer unter Anwendung von Zyklon B, tödliche Phenolspritzen ins Herz, Schlagen und Foltern.

Das ehemalige KZ Stutthof ist heute ein Museum, bestehend aus der Kommandatur, den Wachhäusern und Baracken sowie dem Krematorium und der Gaskammer.

Der Eintritt ins Museum ist frei, für das Parken und für die Benutzung des WC auf dem Parkplatz vor dem Konzentrationslager Stutthof muß man bezahlen.
Kinder unter 13 dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen das KZ Stutthof besuchen, allerdings wird dies nicht kontrolliert.

Für die nachfolgenden Bilder erübrigen sich Kommentare, jeder weiß von den schrecklichen Dingen, die sich damals hier und anderswo abgespielt haben.
Und weder Bild noch Kommentar können die an einem solchen Ort herrschende Atmosphäre auch nur annähernd darstellen...

Die Kommandatur, das Eingangstor und die Wachbaracken im Konzentrationslager Stutthof

Wachtum und Stacheldraht-Zaun im KZ Stutthof












Waschbrunnen und Ofen im KZ Stutthof

alte Eisenbahn-Wagons für den Transport von Juden, Arbeitern und Häftlingen ins Konzentrationslager Stutthof

Die vollständig erhaltene Gaskammer im Konzentrationslager Stutthof: Vorne ist der kleine Ofen zu sehen, in dem das Feuer mit dem Giftgas Zyklon B entfacht wurde. Die Abgase wurden quer durch den Raum zum im hinteren Bereich der Gaskammer gelegenen Schornstein geleitet. Bis zu 60 Personen konnten hier gleichzeitig ermordet werden.

Am Ende des 2. Weltkrieges, als die Russische Armee immer näher rückte, wurde das Konzentrationslager Stutthof binnen Stunden verlassen, alle noch einsitzenden Häftlinge und Gefangenen wurde in einem Gewaltmarsch Richtung Westen getrieben. Auf diesem letzten Fußmarsch bei Minustemperaturen starben viele weitere der völlig geschwächten Menschen einen gewaltsamen Tod. Dieses Bild eines Überlebenden dieses letzten Fußmarsches zeigt eine wohl typische Szene: Tote Häftlinge säumen die Wegstrecke, deutsche Soldaten erschlagen bzw. erschießen die zurückbleibenden Gefangenen, denn es bestand gar kein Interesse auf Seiten der Deutschen Wehrmacht, möglichst viele der Häftlinge überleben zu lassen. Nur die Starken hatten noch eine Überlebens-Chance.