Wanderdünen und Rundwanderweg durch den Slowinski-Nationalpark an der polnischen Ostseeküste bei Leba

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  Im Slowinski Park Narodowny in Polen (insgesamt 19.000 Hektar) können Sie die höchste Wanderdüne Europas, die `Lacka Gora´ besteigen. Sie ist Teil des mit fast 500 Hektar größten Wanderdünen-Komplexes in Europa ("Polnische Sahara"). Ihren Namen bekam sie von dem Dorf Lacka, das sie in der Vergangenheit `überrannt´ hat. Sie ist im Sommer bis zu 42 Meter hoch, im Winter bis zu 30 Meter: Der Wind ist im Winter stärker, die Düne wird breiter und flacher. Dünen werden ab einer konstanten Windgeschwindigkeit von 18 km/h zu Wanderdünen, hier im Nationalpark schaffen die Dünen bis zu 12 Meter pro Jahr.
Im zweiten Weltkrieg hat hier Feldmarschall Rommel seinen Truppen auf den Einsatz in Afrikas Wüsten vorbereitet. Im Park kommen Sie auch an einer alten Abschußanlage von V2-Raketen vorbei. Der Besuch - und das zusätzliche Eintrittsgeld - lohnt sich aber nicht: lediglich zwei verrostete Raketen-Körper von damals sind zu sehen, der Rest der Ausstellung besteht aus ausgemusterten Beständen der polnischen Armee. Schauen Sie sich die Postkarten im Andenken-Laden an, das dürfte reichen...

Über Leba fahren Sie nach Rabka, dem Eingang des Parks. Hier startet die Wanderung durch den Nationalpark - zuerst durch den Wald zur Düne und am Meer zurück nach Rabka. Durch den Wald können Sie sich auch per Elektroauto fahren lassen, Fahrradfahrer können Ihr Fahrrad am Anfang der Dünen abstellen, aber hier kostet das Parken eines Fahrrads eine Parkgebühr (!) und man müßte auf die wirkliche schöne Passage am Meer entlang verzichten.
Die gesamte Wanderung hat eine Länge von etwa 13 Kilometer, man benötigt dafür zufuß ca. 4 Stunden incl. Pausen auf der Düne und am Meer.

Tipp:

    • Seien Sie sehr früh morgens (oder schon abends nach 21 Uhr) am einzigen großen Parkplatz und parken Sie so, dass man Sie nicht einparken kann. Tagsüber wird es eng auf dem Platz.
    • Beginnen Sie Ihre Wanderung so früh wie möglich am Morgen, dann ist es noch ruhig auf der Düne und Sie sparen den Eintritt in den Nationalpark. Am wichtigsten aber: Der Parkplatz wird nach Parkzeit bezahlt, ab 9 Uhr morgens wird die Zeit gezählt. Wenn Sie also schon früh zurück sind, wirds preiswerter...
    • Vergessen Sie nicht Ihre Sonenbrille! Im Wanderdünen-Komplex ist es sehr hell, selbst bei leichtbewölktem Wetter.
    • Es gibt einen deutschsprachigen Führer über den Nationalpark an der Kasse zum Park (ISBN .... )
    • Auf dem Weg vom Parkplatz zum Nationalpark-Eingang kommt man am Bootsanleger vorbei, von hier können Sie zu Bootsfahrten auf dem Lebsko-See starten.
    • Den schönsten Blick auf den gesamten Wanderdünen-Komplex hat man am Bootsanleger in Kluki (Kluken) auf der gegenüberliegenden Seeseite des Nationalparks oder von den Booten.
    • Alternativ kann man den Nationalpark auch von Kluki per Boot besuchen (man investiert quasi die Pakplatzgebühren in die Gebühren für die Bootsfahrt ...). Die Fahrtzeiten der Boote finden Sie auf der Internetseite des Nationalparks ...
    • Eine zweite Alternative zur Besichtigung der Wanderdünen ist die über den Strand ab Leba. Man wandert die dann ca. 18 Kilometer lange Strecke auschließlich am Strand hin und zurück, für Liebhaber von Strandwanderungen wohl die beste Lösung (und nebenbei vollkommen kostenfrei und zeitlich ungebunden)

Prospekt über Klima, Geomorphologie, Fauna und Flora, Bodenbeschaffenheit, Seen und Grundwasser, Organisation und wissenschaftliche Arbeiten, Landschaft und Dünenbewegungen, Touristik und Schutzformen, Moorvegetation, Sandvegetation und Waldvegetation sowie praktische Hinweise zum Besuch des Slowinski Nationalpark an der Ostseeküste Polens -> hier klicken!

Wanderdünen im Slowinski-Nationalpark, gesehen vom Wohnmobil-Dach über den Lebsko-See hinweg vom Eingang des Parkplatzes in Rabka westlich von Leba












Die Wanderdüne `Lacka Gora´ morgens früh um 9.00 Uhr - die beste Besuchszeit ist wohl der späte Nachmittag, wenn die Schulklassen das Feld geräumt haben!

Blick von der Wanderdüne `Lacka Gora´ auf den Rest-Wald zwischen dem Wanderdünen-Areal und dem Lebsko-See. Hinten links am anderen Seeufer liegt das ehemalige Geisterdorf und heutige Museumsdorf Kluki (Kluken).

Das gesamte Wanderdünen-Areal darf nicht betreten werden, diese Reihe von Holzpflöcken stellt die Grenze dar zwischen dem zur Besichtigung und Begehung freigegebenen Teil und dem verbotenen Teil.

Wanderdünen und Dünenstreifen an der Ostseeküste. Der Rundwanderweg führt Mitte des Bildes über die Dünen zum Strand, dort dann rechts ab Richtung Leba.

Die Wanderdüne füllt sich zum Mittag hin immer mehr, Wandergruppen, Touristengruppen und Schulkinder besuchen busweise den Slowinski-Nationalpark.