Hitlers Führerhauptquartier Wolfsschanze in Polen

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Die Wolfsschanze (Kwatera Hitlera) liegt nordöstlich von Ketrzyn (Rastenburg) im Wald von Gierloz (Görlitz) zwischen den Orten Czerniki und Parcz und wurde für die "Operation Barbarossa" (Überfall auf die Sowjetunion) als von der Außenwelt abgeschirmter Hochsicherheitstrakt ab September 1940 binnen nur weniger Monate mit 3000 Arbeitern aus dem Boden gestampft. Im November 1944 folgte "Operation Inselsprung", der Rückzug und die teilweise Sprengung der Anlage. Den größten Teil der Zerstörung der Anlage aber bewerkstelligten die Polen selbst: noch bis 1955 sprengten sie Bunker für Bunker, nur die einfachen Wirtschaftsgebäude wurden zum Teil verschont.

Das Gelände ist heute stark zugewachsen, man kann sich nur noch schwer vorstellen, dass aus diesem Betonkomplex heraus einmal einige wenige verwirrte Menschen die gesamte Welt in ihrem Sinne verändern wollten und schließlich und endlich die Welt in ein großes Unheil gestürzt haben.
Anstatt die Wolfschanze zu erhalten, d.h. die erhaltenen Bunker- und Ruinen-Komplexe zumindest im jetzigen Zustand zu bewahren und den Pflanzenwuchs auf dem Areal einzudämmen, mutiert die Anlage mehr und mehr zu einem Abenteuerspielplatz für Besucher aus der ganzen Welt, die sich aber aufgrund des Zustandes kaum noch ein Bild vom totalen Größenwahn der Herren Hitler & Co. machen können. Die Polen als ehemalige Opfer des Nationalsozialismus täten - so meine ich - gut daran, durch Pflege und Erhalt der Wolfschanze der Welt zu demonstrieren, wie es enden kann, wenn ein Volk einem `Führer´ blind folgt und Millionen unschuldiger Menschen dafür mit dem Leben bezahlen müssen.


Tipp: Aufgrund des fast schon urwaldartigen Charakters der Wolfsschanze ist das Areal auch im trockenen Sommer immer feucht, d.h. es wimmelt nur so von Mücken. Ziehen Sie sich beim Besuch festes Schuhwerk (Matsch!) und lange Hosen und langärmlige Oberbekleidung an!

Auf dem Gelände der Wolfsschanze kann man auch über Nacht mit dem Wohnmobil stehen: ein paar Mülleimer sind aber der einzige Komfort des Großparkplatzes unter Bäumen direkt am Eingang der Wolfsschanze für Wohnmobil-Fahrer.

Hier eine Übersichtskarte vom ehemaligen Führerhauptquartier

1 = Offiziershotel (heute Restaurant)
2 = SS-Begleitkommando
3 = Lagerbaracke (hier geschah das mißglückte Attentat auf Hitler)
4, 5, 7, 8 = Dienstleistungsbaracke (Reichssicherheitsdienst, SS-Begleitkommando, persönlicher Dienst, Stenographendienst, Vorratsräume)
6 = Gästebunker
11 = Bormann-Bunker
13 = Hitler-Bunker
15 = Wohnhaus von Reichsmarschall Göring
16 = Luftschutzbunker von Reichsmarschall Göring
17 = Haus von A. Jodl, Chef Wehrmachtführungsstab
18 = Haus von W. Keitel, Chef Oberkommando Wehrmacht
20 = Bunker des persönlichen Adjudanten von Hitler
21 = Nachrichtenbunker
22 = Garagen
24 = Haus des Verbindungsstabes OKL
25 = Haus des Verbindungsstabes OKM
26 = Luftschutzbunker
27 = Führerbegleitbatallion
28 = Haus von Hitler-Architekt Speer
29 = Verbindungsstab Reichsaußenminister
A = Notstromzentrale
B = Bunker
C = Wohnhaus von Bormann
D = Kasino
E = Teehaus
F = Heizhaus
G = Fahrerhaus
H = Kino
I = Haus der Verbindungsleute
J = Haus von Reichspressechef Dietrich
K = Bahnhof
L = Wehrmachtführungsstab
M = Nachrichtenbunker
N = Kasino
O = Kommandant des Führerhauptquartier
P = Stab Führerbegleitbatallion
Q = Haus von General Warlimont