Reiseberichte und Tipps: Reisen durch die Schweiz mit dem Wohnmobil und dem Fahrrad

Allgemeine Informationen und Tipps für einen schönen und erholsamen Urlaub in der Schweiz mit Fahrrad und Wohnmobil

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    Allgemeine Informationen für Ihren Urlaub in der Schweiz

    Themen:

    • Straßenverhältnisse und Fahr-Tipps
    • Stellplätze und Campingplätze

     

Straßen:
Die Schweizer sind - gemeinsam mit den Norwegern - Weltmeister im Straßenbau. Sie werden nirgendswo auf der Welt bessere Straßen vorfinden, selbst die hinterletzte Stichstraße irgendwo ins Nirgendwo ist besser als so manche deutsche Autobahn!
Sie sollten an Ihrem Fahrrad auf jeden Fall die Bremsen und die Schaltung nochmals gründlichst überprüfen, einstellen bzw. instandsetzen! Berge - und besonders Abfahrten von diesen - verzeihen keine Probleme mit Bremsen! Mindestens ein zusätzlicher Satz Bremsklötze sollte mitgenommen werden!
Gleiches gilt für das Wohnmobil: auch wenn Ihr Haus auf Rädern noch genug TüV hat, auf jeden Fall vor Reisebeginn die Bremsen überprüfen lassen. Drei bis vier Tonnen auf Rädern werden bergab verflucht schnell. Da hilft auch keine Motorbremse, es sei denn, Sie möchten mit Ihrem Motor während der Reise auch noch Probleme bekommen.

ganz wichtig:

  • generell gilt: bei Gegenverkehr hält das bergabwärtsfahrende (!) Fahrzeug. Nach Absprache (!) zwischen den sich begegnenden Fahrzeugführern kann es aber auch besser sein, wenn das bergauffahrende Fahrzeug rückwärts zurück zur nächsten Ausweichbucht rangiert, denn rückwärts einen Berg hinauf fahren ist ganz große Autofahrerkunst, die ich in den Schweizer Bergen definitiv nur den Fahrern der Postbusse zutraue.
  • fahren Sie extrem vorausschauend, am besten noch vorausschauender als damals in der Fahrschulprüfung! Wenn Sie ein paar Kurven weiter vorne ein entgegenkommendes Fahrzeug sehen, suchen Sie sich gleich die nächste Ausweichstelle und warten Sie dort, bis der Gegenverkehr vorbei ist. Wer steht, macht eigentlich nichts mehr falsch...
  • denken Sie auch daran, dass Ihr Wohnmobil vielleicht ein wenig untermotorosiert ist für Anfahren an steilen Bergstraßen. Hier empfiehlt sich sehr frühzeitiges Herunterschalten schon am Fuß des Berges, um dann mit gut durchziehendem Motor vorausschauend den Berg hinaufzuzuckeln. So hat der nachfolgende und überholwillige Verkehr auch die Chance zum Überholen. Spätestens nach der ersten Teilstrecke bei Schrittgeschwindigkeit im 1. Gang und dem Gefühl, dass der Motor gleich ausgeht und nie wieder an, werden Sie dieses vorausschauende Fahren beherzigen! Einer muß der Schwächere beim Anstieg sein, warum nicht einmal Sie?! Keiner wird Sie belächeln, aber alle werden Sie für einen guten, gewissenhaften und zuvorkommenden Fahrer halten, der auch an die anderen Verkehrsteilnehmer achtet
  • merken Sie sich immer die Streckenführung und die Besonderheiten einer Straße. Sie können nicht wissen, ob Sie die Straße nicht vielleicht wieder zurückfahren müssen wegen einer Baustelle, eines zu niedrigen Tunnels o.ä.
  • halten Sie sich immer an die Warnschilder der Schweizer, denn die wissen, was machbar ist und was nicht. Wenn Sie unsicher sind, schauen Sie nach, ob Postbusse die Straße befahren: Wenn ja, sollten auch Sie kein Problem mit der Streckenführung haben!
  • üben Sie `Anfahren am Berg´ und `Rückwärts den Berg hinauf´ (bzw. hinunter) nicht erst in der Schweiz, sondern irgendwo zuhause am nächstgelegenen Hügel. Das erspart Ihnen Angstschweiß und Nervenzusammenbrüche im Urlaub ...
  • überlegen Sie sich genau, welchen Steigungsgrad und welche Länge bei einem bestimmten Steigensgrad Ihr Wohnmobil schafft. In der Schweiz kommen 20° und mehr schon mal vor, besonders z.B. in eng bebauten Regionen wie am östlichen Schweizer See, wo für Straßen kein Patz ist und man einfach hinaufgebaut hat. Unsere Bergziege hat schon 25° geschafft, aber 20° über drei Kilometer in Villeneuve auf dem Weg zum Murmeltier-Park waren zuviel und wir mußten 800 Meter rückwärts den Berg zurück bei Verkehr von hinten und mehreren Kurven. Da wird auch einem erfahrenen Wohnmobilfahrer sehr warm unter der Kleidung!
  • messen Sie genau die Höhe Ihres Wohnmobils, nachdem Sie das Dach mit Surfbrett, Fahrrad oder Dachbox zugepackt haben. In der Schweiz gibt es Tunnel mit 3,16 oder 3,34 Meter Höhe, also genau so hoch, wie es den Straßenbauern vor ein paar Dutzend Jahren gerade in den Kopf kam. Ein paar Zentimeter verschätzt, und Ihre Dachbox ist absofort undicht und Ihr Fahrrad hat keinen Lenker mehr! (Kein Scherz, alles genauso gesehen!)